Chronik 1960 - 1979

VfR 08 Oberhausen e.V.

Chronik von 1960 bis 1979

1960

Unter der erneuten Führung von Friedel Brands soll vor allem die Nachwuchsförderung noch intensiver betrieben werden. Dafür ist Harry Bleuel, der „Mann für alle Fälle“, besonders geeignet.

1965

Die Sportpioniere Wilhelm Brever und Hermann Merwar leiten gemeinsam den Verein. Im Seniorenbereich sind Krisenzeiten angebrochen. Aber im Jugendbereich sind vielversprechende Ansätze zu verzeichnen. Eine „gute Saat“ ist ausgebracht.

1967

Ein besonderes Jahr beim VfR 08. Zunächst muss ein sportlicher Rückschlag verkraftet werden. Die inzwischen veraltete 1. Mannschaft muss nach 13-jähriger Zugehörigkeit zur Bezirksliga absteigen.

Gehapert hat es vor allem im Angriff, der in 30 Spielen nur 31 Tore zustande brachte. Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder den optimistischen Hans Grunauer zum 1. Vorsitzenden und hatten damit einen guten Griff getan.

1968

Die spielstarke A-Jugend erkämpfte sich den Aufstieg in die Bestengruppe. Die Garanten für den Erfolg waren Trainer Klaus Bruns, Jugendleiter Siegried Volkmer, Harry Bleuel und Karl Staden. Das Aufgebot bildete das Fundament einer bald stark verjüngten 1. Mannschaft. Ein Jahr später feierte die 2. Mannschaft den Aufstieg zur 2. Kreisklasse. Immerhin!

1970

Ein großes Jahr für den VfR 08. Unter der Leitung des erfahrenen Fußball-Praktikers Hans Fandel schaffte die nun junge und elanvolle 1. Mannschaft den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Mit einem Riesenvorsprung von 14 Punkten vor dem Verfolger SuS 21 Oberhausen gelingt der große Wurf. Auch die Ausbeute von 95 Treffern konnte sich sehen lassen. Es gab nur 2 Niederlagen. Fast ein Kuriosum, dass die Mannschaften von Grün Weiß Holten, Union Sterkrade, SC 20 Oberhausen und Adler Osterfeld jeweils mit 6:1 Toren bezwungen wurden. Vorsitzender Hans Grunauer berichtet, dass die Inbetriebnahme der Platzbeleuchtung erfolgt und die Benutzung der neuen Sporthalle gewährleistet ist.

Längst existiert auch eine Alt-Herren-Mannschaft, die sich immer wieder erfolgreich gegen Oldies anderer Vereine behaupten konnte. Im Aufwind befanden sich außerdem die Handballer. Für weiteren Zuwachs sorgte mit einer neuen Abteilung die Gymnastik-Gruppe. Unverkennbar – beim VfR 08 war zu dieser Zeit alles im Fluss.

1974

Mit der Devise: „Aller guten Dinge sind drei“, startete die 1. Fußball-Mannschaft des VfR 08 in die Spielsaison 1973/74. Zweimal ging die Rechnung nicht auf. Nun gab es nur ein Ziel: Landesliga-Aufstieg. Alle Kräfte wurden mobilisiert. Das Training übernahm Karl-Heinz Haase, ehemaliger Vertragsspieler von RWO. Sein Vorgänger Harry Bleuel betätigte sich als Technischer Leiter.

Der bewährte Stamm blieb zusammen, einige Verstärkungen kamen hinzu. Unterstützt von zahlreichen, treuen Fans gingen die 08er auf Punktejagd. Alles klappte zunächst wie am Schnürchen. Schon am 4. Spieltag übernahm man die Tabellenführung. Erst am 10. Spieltag bezog man beim Verfolger SV Friedrichsfeld am gefürchteten Tannenbusch mit 1:3 die erste Saisonniederlage.

Beim VfR 08 behielt man die Nerven und den Durchblick. Nun ließ man beim VfR 08 nichts mehr anbrennen. Die Heimspiele waren bestens besucht und auswärts pilgerte eine stattliche Fangemeinde Sonntag für Sonntag mit, die die Mannschaft ausgezeichnet unterstützten.

Nach wichtigen Erfolgen über den VfB Ruhrort und Dinslaken 09 konnte kaum noch etwas schiefgehen. Nach dem 5:2 Erfolg im Heimspiel gegen Walsum 09 kannte der Jubel auf den Rängen und die Freude auf dem Spielfeld keine Grenzen. Zusammen mit den Fans fand man sich zu ersten Umtrunk zusammen. Hoch die Tassen hieß es an der Tiroler Straße. Danach folgte ein fröhlicher Auto-Korso. Vom 13. bis 15. Juli 1974 wurde im Festzelt das große sportliche Ereignis gebührend gefeiert.

1975

Die Saison 1975/76 hatte ihren besonderen Reiz, denn es gab reichlich Anwärter auf den Meistertitel. Das Team aus dem Oberhausener Osten bewegte sich zunächst – wie übrigens die Katernberger Sportfreunde – mit wechselnden Erfolgen im Mittelfeld, ohne jedoch den Anschluss nach obern zu verlieren. Im Pokal mischten die 08er sehr erfolgreich mit.

Am 12. November 1975 kam es innerhalb der 1. DFB Hauptrunde zu dem mit Spannung erwarteten Kräftevergleich mit dem Verbandsligisten RWO. Rund 3.000 Zuschauer kamen zu diesem Derby, das die Gastgeber überraschend, aber letztlich verdient mit 2:0 nach Verlängerung gewannen. In der Meisterschaftsrunde belegten die 08er zur Halbzeit den 7. Platz.

Auf der Jahreshauptversammlung im November 1975 zeigte sich, dass der Vorstand in der jüngsten Vergangenheit viel bewegt hatte. Bei einem Bestand von 700 Mitgliedern pulsierte das Vereinsleben prächtig. Man forcierte den Leistungs- und Breitensport gleichermaßen. Inzwischen existierte auch ein tatenfreudiger Fördekreis. Der Bau eines neuen Clubheims warf seine Schatten voraus.

Die Rückrunde in der Meisterschaft verlief äußerst spannend. Am vorletzten Spieltag stand der Spitzen-Zweikampf zwischen SF Katernberg und dem VfR 08 auf des Messers Schneide. Knapp mit 4:3 Toren siegten die 08er in Struck, während die führenden Katernberger beim ASV Wuppertal nur 0:0 spielten. Der Vorsprung betrug nur noch einen einzigen Zähler. Somit fand rein zufällig das große „Endspiel“ zum Saison-Ausklang an der Tiroler Straße statt. Rund 4.000 Zuschauer kamen und es herrschte Großkampfstimmung, wie kaum zuvor auf der Anlage. Völlig offen die Frage nach dem Sieger. Knisternde Stimmung auf den Rängen. Aber dann kamen die 08-Fans doch nicht auf ihre Kosten. In der besseren Tagesform präsentierten sich die Katernberger, siegten fast sensationell mit 4:1. Große Enttäuschung nach dem Abpfiff auf Seiten der Oberhausener.

Nach der Saison gab es aber doch noch einen Grund zum Feiern. Am 17. Juni war es soweit. Im festlichen Rahmen wurde das neu gebaute Clubhaus eingeweiht. Die auf einer Fläche von 550 qm errichtete Sportstätte präsentierte sich in der Tat wie ein „zu Hause“ für die Mitglieder des Vereins. Kernstück des neuen Prachtstückes bildete der große Clubraum mit einem Fassungsvermögen für 110 Personen. Die vereinseigene Gesangsabteilung bot mit viel Schwung den musikalischen Rahmen. Die Festlichkeiten waren von wohltuender Hochstimmung geprägt.

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